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Letzte Änderung für Artikel Tirol (Bundesland): 19.02.2006 15:53

Tirol (Bundesland)

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Tirol
Landesflagge Landeswappen
Landesflagge Landeswappen
Basisdaten
Landeshauptstadt : Innsbruck
Größte Stadt: Innsbruck
ISO 3166-2 : AT-7
Homepage: www.tirol.gv.at
Karte: Tirol in √Ėsterreich
√Ėsterreich mit Tirol hervorgehoben
Politik
Landeshauptmann Herwig van Staa ( √ĖVP )
Regierende Parteien √ĖVP und SP√Ė
Sitzverteilung im Landtag
(36 Sitze):
√ĖVP 20
SP√Ė 9
Gr√ľne 5
FP√Ė 2
letzte Wahl: 28. September 2003
nächste Wahl: 2008
Bevölkerung
Einwohner : 686.809 (2003)
- Rang: 5. von 9
Bevölkerungsdichte : 53 Einwohner/km²
Geografie
Fläche : 12.648 km²
- davon Land: 12.637 km² (99,9 %)
- davon Wasser: 11 km² (0,1 %)
- Rang: 3. von 9
Geografische Lage : 36¬į 39' - 47¬į 45' n. Br.
10¬į 06' - 12¬į 58' √∂. L.
Ausdehnung: Nord-S√ľd: 107 km
West-Ost: 220 km
Höchster Punkt: 3.797 m
(Großglockner)
Tiefster Punkt: 465 m (Grenze b. Erl )
Verwaltungsgliederung
Bezirke : 1 Statutarstadt
8 Bezirke
Gemeinden : 279
- davon Städte : 11
- davon Marktgemeinden : 19
Karte: Tirol und Bezirke
Tirol Karte
 

Das Land Tirol geh√∂rt zur f√∂deralen Republik √Ėsterreich und bildet den √∂sterreichischen Teil der Region Tirol . Es grenzt an die Bundesl√§nder Vorarlberg, Salzburg und K√§rnten sowie im Norden an Bayern ( Bundesrepublik Deutschland ), im Westen an Graub√ľnden ( Schweiz ) und im S√ľden an S√ľdtirol und die Provinz Belluno ( Italien ).

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung des Landeswappens

Roter Adler im silbernen Schild mit goldener Krone und goldenen Fl√ľgelspangen mit Kleeblattenden und einem gr√ľnen Kranz hinter dem Kopf.

Geografie

Verwaltungsgliederung

Das Land Tirol gliedert sich in acht politische Bezirke und die Statutarstadt Innsbruck. Von West nach Ost und Nord nach S√ľd geordnet sind das

  • Nordtirol
    • Landeck
    • Reutte
    • Imst
    • Innsbruck-Land
    • Schwaz
    • Kufstein
    • Kitzb√ľhel
  • Osttirol


Siehe auch: Gemeinden in Tirol

Die größten Städte und Gemeinden in Tirol

   Name Einwohner
1 Innsbruck 134.803
2 Kufstein 17.234
3 Telfs 13.571
4 Schwaz 12.359
5 Lienz 11.983
6 Hall in Tirol 11.585
7 Wörgl 11.427
8 Imst 8.952
9 Kitzb√ľhel 8.516
10 Rum 8.491

Topographie

Der h√∂chste Berg ist der 3.797 m hohe Gro√üglockner in Osttirol an der Grenze zu K√§rnten.

Gebirge in Tirol

Täler und wichtige Seitentäler:

Fl√ľsse und wichtige Zufl√ľsse:

Klima

Tirol liegt im Grenzbereich zwischen atlantischem, kontinentalem und mediterranem Einfluß, besonders ist das Gebirgsklima vorherrschend. Feuchter Sommer, trockener Herbst, schneereicher Winter und starke lokale Unterschiede kennzeichnen das Klima.

Kettengebirge sind Wasserscheiden, während bei isolierten Gebirgsstöcken die Luft ausweichen kann. Die nördlichen Kalkalpen bestehen vor allem aus Gebirgsketten, wo es zu Staulagen und Niederschlag kommt. Die Leeseiten sind meist mild und trocken. Tirol steht wie ganz Mitteleuropa unter dem Einfluß der Westwetterzone, daher ist der nördliche Alpenrand am feuchtesten und schneereichsten.

Die inneralpinen T√§ler haben ein vergleichsweise mildes Klima aufzuweisen. W√§hrend die mittlere j√§hrliche Niederschlagsmenge in Reutte noch 1.375 mm, am Nordrand des Karwendelgebirges etwa 2.000 mm und in Kufstein 1.330 mm betr√§gt, sind es um Innsbruck um die 900 mm und im obersten Inntal nur 600 mm.

Bedeutung auf die Temperaturen hat die mittlere H√∂he von Tirol. Bis auf die Umgebung von Kufstein liegen die Siedlungen √ľber 500 m. Das Gebirge verringert die m√∂gliche Sonneneinstrahlung, besonders in den schmalen Nord-S√ľd-T√§lern wie dem √Ėtztal und dem Pitztal.

Der Winter ist meist gepr√§gt vom Wechsel zwischen schneereichen und schneearmen Witterungen. Das Fr√ľhjahr ist im Alpenraum meist sehr unbest√§ndig und regenreich, es kann zu K√§lteeinbr√ľchen kommen. Im Sommer f√§llt der meiste Regen durch Gewitter. Der Herbst zeichnet sich oft durch lange Sch√∂nwetterperioden aus. Ein besonderes Wetterereignis ist der F√∂hn , der am Patscherkofel bis zu 200 km/h und in Innsbruck bis zu 120 km/h erreichen kann.

Geschichte

Das geteilte Tirol ab 1918, Nord- und Osttirol hellgrau hervorgehoben
Das geteilte Tirol ab 1918, Nord- und Osttirol hellgrau hervorgehoben

Zur Geschichte vor 1918, siehe Tirol .

Durch den Friedensvertrag von St. Germain 1919 von S√ľdtirol getrennt, kam das Land Tirol (Nord- und Osttirol) zur neu gegr√ľndeten Republik Deutsch√∂sterreich (sp√§ter Republik √Ėsterreich). Es gab verschiedene Bestrebungen f√ľr ein autonomes oder selbst√§ndiges Land oder den Anschluss an das Deutsche Reich . In den 1920er Jahren trat eine allm√§hliche Stabilisierung der Wirtschaft durch Industrie, Bauprojekte (Stra√üen, Elektrifizierung von Bahnstrecken, Kraftwerke) und dem Wiedereinsetzen des Tourismus (erste Seilbahnbauten ) ein. Die einsetzende Weltwirtschaftskrise und die 1933 von Hitler verf√ľgte Tausend-Mark-Sperre sorgten jedoch f√ľr einen starken R√ľckgang der N√§chtigungszahlen, was die Wirtschaft schwer beeintr√§chtigte. Am 13. Februar 1934 kam es in W√∂rgl zu Gefechten zwischen dem sozialdemokratischen Republikanischen Schutzbund und bewaffneten Kr√§ften der autorit√§ren Regierung Dollfu√ü .

Am 12. M√§rz 1938 marschierte die Wehrmacht in √Ėsterreich ein und Tirol wurde ein Teil des gro√üdeutschen Reiches. Der Gau Tirol-Vorarlberg wurde errichtet und Osttirol dem Gau K√§rnten eingegliedert. Im Zuge der " Option ", des Umsiedlungsabkommens zwischen Hitler und Mussolini wanderten ab 1940 etwa 70.000 S√ľdtiroler aus, die H√§lfte davon fanden in eigens errichteten Siedlungen in Nord- und Osttirol Unterkunft. Durch die Kriegsereignisse des Zweiten Weltkriegs wurde die Umsiedlung gestoppt. Ein Drittel der Ausgesiedelten kehrte nach 1945 wieder in ihre alte Heimat zur√ľck. Die Herrschaft des NS-Regimes und die K√§mpfe an allen Fronten forderten auch in Tirol zahlreiche Opfer. Ab 1943 begannen die Luftangriffe der Alliierten .

Als am 3. Mai 1945 amerikanische Truppen nach Innsbruck einr√ľckten, konnte ihnen die Widerstandbewegung bereits eine provisorische Landesleitung √ľbergeben, die auch viele sinnlose Zerst√∂rungen verhindert hatte. Im Sommer 1945 war Tirol dann Teil der franz√∂sischen Besatzungszone , w√§hrend Osttirol der britischen Zone zugeschlagen wurde. 1947 wurde Osttirol wieder mit Nordtirol vereinigt.

Nachdem am 15. Mai 1955 der √∂sterreichische Staatsvertrag unterzeichnet worden war, verlie√üen die Besatzungstruppen das Land. In dieser Zeit setzte ein merkbarer wirtschaftlicher Aufschwung ein, und das Land wandelte sich von einer agrarischen in eine Industriegesellschaft mit einem bedeutenden Dienstleistungssektor. Dazu trug auch ein Wiederaufschwung des Tourismus bei. Ende der 1950er Jahre setzte ein regelrechter Stra√üenbauboom mit wichtigen Autobahn- und Tunnelbauten ein. Innsbruck war gemeinsam mit anderen Austragungsorten zweimal Schauplatz von Olympischen Winterspielen (1964 und 1976). Auf Anregung des Landeshauptmanns Eduard Walln√∂fer wurde 1972 die Arbeitsgemeinschaft Alpenl√§nder ( Arge Alp ) gegr√ľndet, um Fragen des Alpenraums von grenz√ľberschreitendem Interesse er√∂rtern zu k√∂nnen. In den 1980er Jahren regte sich in der Bev√∂lkerung zunehmend Kritik an den Auswirkungen des Verkehrs und des Massentourismus. Mit dem EU -Beitritt √Ėsterreichs 1995 und dem Inkrafttreten des Schengener Abkommens 1998 konnte die wirtschaftliche, kulturelle und politische Zusammenarbeit beiderseits des Brenners intensiviert werden, wozu auch die Europaregion Tirol-S√ľdtirol- Trentino beitr√§gt.

Politik

Seit 2003 wird Tirol von einer Koalition aus √ĖVP und SP√Ė regiert, obwohl die √ĖVP im Landtag √ľber eine absolute Mehrheit verf√ľgt. Landeshauptmann ist Herwig van Staa ( √ĖVP ). Landeshauptmann van Staa ist der Schwiegersohn von "Walli", Eduard Walln√∂fer.

Im Landtag sind neben √ĖVP und SP√Ė mit ihrem Landesvorsitzenden Hannes Gschwentner auch noch die FP√Ė mit ihrem Klubobmann Willi Tilg und die Die Gr√ľnen - Die Gr√ľne Alternative Tirol mit ihrem Klubobmann Georg Willi vertreten.

Nach der Landtagswahl vom 28. September 2003 verf√ľgt die √ĖVP √ľber 20 Mandate, die SP√Ė √ľber 9 Mandate, die FP√Ė √ľber 2 Mandate und Die Gr√ľnen - Die Gr√ľne Alternative Tirol √ľber 5 Mandate. Nach der Parteispaltung der FP√Ė traten ihre beiden Landtagsabgeordneten aus der Partei aus und bilden seitdem den "Landtagsklub der Freien".

Au√üer in der Legislaturperiode von 1999 - 2003 verf√ľgte die √ĖVP immer √ľber die absolute Mehrheit im Landtag . √úber das Proporzsystem waren jedoch auch die anderen Parteien in die Regierung eingebunden. Vor den Landtagswahlen 1999 wurde die Tiroler Landesverfassung jedoch so ver√§ndert, da√ü das Proporzsystem dem Regierungs-Oppositions-Modell weichen musste. F√ľr FP√Ė und Die Gr√ľnen - Die Gr√ľne Alternative Tirol bedeutete dies, da√ü sie 1999 die Landesregierung verlassen mussten. Nur die SP√Ė blieb in der Landesregierung, da die √ĖVP ohne absolute Mehrheit im Landtag auf einen Koalitionspartner angewiesen war und eine Gro√üe Koalition bildete.

Ein weiterer wichtiger Akteur der Tiroler Politik ist auch die B√ľrgerInneninitiative Transitforum Austria Tirol .

Landesregierung

Nach den Landtagswahlen vom 28. September 2003 wird Tirol von 6 Mitgliedern der √ĖVP und 2 Mitgliedern der SP√Ė in einer √ĖVP-SP√Ė-Koalition regiert. Zur √ĖVP geh√∂ren Landeshauptmann Herwig van Staa, der 1. Landeshauptmann-Stellvertreter Ferdinand Eberle , Landesr√§tin Anna Hosp , Landesrat Sebastian Mitterer , Landesrat Konrad Streiter und Landesr√§tin Elisabeth Zanon . Der SP√Ė geh√∂ren an: der 2. Landeshauptmann-Stellvertreter Hannes Gschwentner und Landesr√§tin Christa Gangl .

Personelle Ver√§nderungen ab 2003: am 16. Dezember 2005 erkl√§rten sowohl LH-Stv. Ferdinand Eberle ( √ĖVP ) als auch LR Christa Gangl ( SP√Ė ) aus der Landesregierung ausscheiden zu wollen. Der Landeshauptmann f√ľhrt daraufhin eine gro√üe Regierungsumbildung durch. Am 19. Dezember 2005 erkl√§ren LR Konrad Streiter ( √ĖVP ) und LR Sebastian Mitterer ( √ĖVP ) ihren R√ľcktritt. Noch am Sonntag (18.12.) hatte sich Streiter gegen seine kolportierte Abl√∂se im Zuge der Regierungsumbildung gewehrt. Wie Eberle scheiden auch die anderen Landesr√§te mit Wirkung vom 31. Dezember 2005 aus. Der √ĖVP -Landesparteivorstand nominierte am Abend des 19. Dezember 2005 Landtags-Vizepr√§sident Anton Steixner , den Landecker Bezirkshauptmann Dr. Erwin Koler und den Kufsteiner Finanz-Stadtrat Mag. Hannes Bodner f√ľr die Nachfolge in der Landesregierung. Die SP√Ė nominierte zeitgleich mit ihrem Koalitionspartner Hans Lindenberger , bisher Chef der Brenner Basistunnel Gesellschaft, zum Nachfolger von Christa Gangl .

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Die Wirtschaftsstruktur in Tirol ist regional sehr unterschiedlich. Der Gro√üraum Innsbruck hat eine Konzentration der Bildungs- und Verwaltungsinfrastruktur bei gleichzeitig vorhandenen gr√∂√üeren Industriebetrieben. Im Rest des Landes ist die Wirtschaft √ľberwiegend durch Klein- und Mittelbetriebe gepr√§gt, vor allem das Oberland, der Bezirk Kitzb√ľhel und Osttirol sind von einer kleinbetrieblichen Struktur gepr√§gt.

Die Industrie ist vor allem im Großraum Innsbruck, in den Bezirken Schwaz und Kufstein (Unterinntal) und im Raum Reutte vertreten.

Im Oberland und im Bezirk Kitzb√ľhel dominiert der Tourismus. Er spielt im ganzen Land eine gro√üe Rolle. Der Bezirk Schwaz hat sowohl bedeutende Industriegegenden wie auch wichtige Tourismusregionen (Zillertal, Achensee) aufzuweisen.

Die Landwirtschaft spielt wirtschaftlich keine gro√üe Rolle, ist jedoch wichtig f√ľr das Selbstverst√§ndnis des Landes und f√ľr die Erhaltung des Landschaftsbildes.

Wirtschaftsstruktur nach Sektoren (2001)

Primärer Sektor Sekundärer Sektor Tertiärer Sektor
1,2 % 28,0 % 70,8 %

Verkehrsverbindungen

Tirol ist an die internationale Verkehrsinfrastruktur angeschlossen. Ein internationaler Flughafen besteht in der Landeshauptstadt Innsbruck, Kleinflugplätze bestehen in verschiedenen Orten, beispielsweise in Langkampfen bei Kufstein.

Zwei Autobahnen durchziehen das Land: bei Kufstein beginnt der Tiroler Teil der Inntalautobahn , welche sich in Bayern bei Rosenheim in die Richtungen M√ľnchen und Salzburg spaltet (Deutsches Eck). Von Kufstein f√ľhrt die Inntalautobahn durch das Inntal, vorbei an den St√§dten W√∂rgl, Schwaz, Hall , Innsbruck, Imst, Landeck. Dort geht die Inntalautobahn √ľber in die Arlbergschnellstra√üe , welche bei St. Anton das Land durch den Arlbergtunnel mit Vorarlberg verbindet. Bei Innsbruck gibt es einen Autobahnknoten mit der Brennerautobahn , welche in Richtung S√ľden, durch das Wipptal bis an die italienische Staatsgrenze f√ľhrt.

Verbindungen nach Deutschland auf Bundesstra√üenniveau bestehen bei Vils in die Richtungen Kempten und F√ľssen, bei Ehrwald nach Garmisch-Partenkirchen, bei Scharnitz nach Mittenwald, durch das Achental √ľber den Achenpass und bei Kufstein nach Kiefersfelden. Zu Italien bestehen Bundesstra√üenverbindungen von Sillian nach Innichen, durch das Wipptal am Brennerpass, durch das √Ėtztal am Timmelsjoch, und durch das obere Inntal √ľber den Reschenpass. Mit der Schweiz besteht eine Verbindung durch das obere Inntal ins Engadin .

Wichtige Eisenbahnverbindungen

Die Nord-S√ľd-Verbindung von M√ľnchen nach Verona f√ľhrt bei Kufstein auf Tiroler Boden, an Innsbruck vorbei und f√ľhrt als Brennerbahn auf den Brennerpass, wo sie das Land wieder in Richtung Italien verl√§sst.

Die Ost-West-Verbindung von Wien √ľber Linz und Salzburg f√§hrt in zwei Varianten durch Tirol: Einerseits √ľber Rosenheim, wo sie bei Kufstein Tiroler Boden betritt, andererseits als rein √∂sterreichische Strecke von Salzburg √ľber Schwarzach/St. Veit, wo sie bei Hochfilzen nach Tirol kommt und √ľber St. Johann in Tirol und Kitzb√ľhel bis nach W√∂rgl f√§hrt, um dort wieder auf die Westbahn zu treffen. Beide Varianten f√ľhren durch das Inntal, an Innsbruck vorbei, wo die Arlbergbahn beginnt, und √ľber den Arlberg nach Vorarlberg, wo sich die Strecke teilt und sowohl Bregenz wie auch Z√ľrich/Basel angefahren werden. Daneben gibt es noch weniger wichtige internationale Eisenbahnverbindungen, etwa die Au√üerfernbahn, die Reutte mit Kempten und Garmisch-Partenkirchen verbindet oder auch die Mittenwaldbahn, welche von Innsbruck √ľber Seefeld und Mittenwald ebenfalls nach Garmisch-Partenkirchen f√ľhrt.

Tirol besitzt auch ansonsten ein gutes Verkehrsinfrastruktursystem mit vier weiteren Eisenbahnstrecken: Die Stubaitalbahn von Fulpmes nach Innsbruck, die Mittelgebirgsbahn (Igler) von Igls nach Innsbruck, die Achenseebahn von Jenbach nach Seespitz und die Zillertalbahn ebenfalls von Jenbach nach Mayrhofen. Wichtiger f√ľr den √∂ffentlichen Personenverkehr ist jedoch das Bussystem, welches insbesondere auch die h√∂her gelegenen T√§ler erschlie√üt.

Die Bildung eines vollwertigen Eisenbahnsystems zur Anbindung der Nebent√§ler (es existierten z.B. Projekte f√ľr die Erschlie√üung des Oberen Gerichts des √Ėtztales, des Alpbachtals, des Iseltals) wurden durch den Ausbruch des ersten Weltkrieges vereitelt und danach kaum mehr in Angriff genommen.

Kunst und Kultur

Vorgeschichte und Römerzeit

In der Urnenfelderzeit gab es durch den Bergbau zahlreiche Siedlungen. In der Römerzeit ist die Stadt Aguntum bei Lienz die einzig nennenswerte Ansiedlung geblieben.

Romanik

Aus romanischer Zeit ist vergleichsweise wenig erhalten, da im Gegensatz zu S√ľdtirol viele Kirchen und Burgen sp√§ter um- oder neugebaut wurden. Beispiele sind die Leonhardkapelle in Nauders und die Nikolauskirche in Matrei in Osttirol. Die Malerei lehnt sich an die byzantinische Strenge an.

Gotik

Die Gotik konnte sich in Tirol besonders im 15. Jahrhundert ausbreiten, als durch viele Bergwerke Reichtum ins Land str√∂mte. Vieles konnte sp√§tere Umbauten √ľberstehen, was sich an den spitzen Kircht√ľrmen zeigt, die auch nach einer Barockisierung meist erhalten blieben. Landeck, Schwaz und Seefeld sind Beispiele daf√ľr. Neben kirchlichen Bauten entstanden weltliche wie das Rathaus und Burg Hasegg in Hall, Stadtturm und Goldenes Dachl in Innsbruck. Im Inntal entstand der Typus der Inn-Salzach-Stadt , zu sehen etwa in Innsbruck, Hall und Rattenberg.

Renaissance

Der Renaissance-Stil findet im Laufe des 16. Jahrhunderts Eingang in Tirol. Es entstanden nur wenige, daf√ľr bedeutende Werke, wie die Schl√∂sser Ambras und Tratzberg und das Grabmal Kaiser Maximilians I. in der Hofkirche. Zahlreiche H√§user der Innsbrucker Altstadt stehen am √úbergang von der Gotik zur Renaissance. Der Innsbrucker Raum ist schon seit der Sp√§tgotik ein bedeutendes europ√§isches Zentrum des Bronzegusses.

Im Oberland finden sich Fassadenmalereien auf Gasth√∂fen und B√ľrgerh√§usern (Oetz, Habichen , Wenns, Kauns, Ladis).

Barock und Rokoko

Die Barocke Prachtentfaltung geht auf die Gegenreformation zur√ľck, erste Verbreitung barocker Formen zeigten sich in Tirol ab etwa 1620.

Die ersten nennenswerten Barockbauten sind die Servitenkirche bei Volders und die Jesuitenkirche in Innsbruck, beide von Italien her beeinflusst. Die bedeutende Baumeisterfamilie Gumpp bestimmte √ľber drei Generationen lang die Architektur Innsbrucks. Georg Anton Gumpp schuf das Landhaus und die Umgestaltung des Stift Stams im Oberinntal. Der Innsbrucker Dom stammt vom bedeutenden F√ľssener Baumeister J. Herkomer. Weitere bedeutende K√ľnstler des Barock sind Jakob Prandtauer (Stift Melk), Paul Troger und die Malerfamilie Zeiller im Au√üerfern als Vertreter der L√ľftlmalerei , einer volkst√ľmlichen Fassadenmalerei. Im Unterland ist die Familie Singer t√§tig. Franz de Paula Penz wirkt als geistlicher Baudirektor, durch ihn entstanden viele Dorfkirchen s√ľdlich von Innsbruck. Sein Hauptwerk ist die Wiltener Basilika, die als ein H√∂hepunkt des Rokoko gilt. Rokokostuck ziert auch die Fassade des Helblinghauses in Innsbruck.

19. Jahrhundert

Ende des 18. Jahrhunderts entsteht als Gegenbewegung zum Barock der Klassizismus mit einfacher, streng gegliederter Architektur. In Ansätzen zeigt er sich bei der Kirche von Neustift im Stubaital, deutlicher bei jener von Reith im Brixental . Die Napoleonischen Kriege und die darauffolgende Wirtschaftskrise sind einer weiteren Bautätigkeit abträglich. Die Fassade des Landestheaters in Innsbruck von 1846 weist klassizistische Säulen auf.

Ab der Mitte des 19. Jahrhunderts werden mehrere Kirchenbauten im Stil des Historismus (Neuromanik und Neugotik) errichtet, so etwa in Telfs, Weerberg, St. Nikolaus. Großflächige Wandmalereien der Kircheninnenräume nehmen den Renaissance-Stil der Nazarener wieder auf.

Der ornamentale Jugendstil an der Jahrhundertwende hinterläßt nur wenige Spuren in Tirol. Die bedeutendsten sind in Kufstein zu finden, sowie beim Winklerhaus bei der Triumphpforte in Innsbruck.

Literatur und Malerei verzeichnen im 19. Jahrhundert einen Aufschwung. Franz von Defregger und sein Sch√ľler Albin Egger-Lienz pr√§gen mit seinen Genrebildern aus dem Tiroler Bauernleben das Bild von Tirol. Der Geologieprofessor und Geograf Adolf Pichler war zun√§chst Wissenschafter, sp√§ter wurde er zu einem der einflu√üreichsten Dichter des 19. Jahrhunderts. Mit dem Dramatiker Franz Kranebitter bricht die Tiroler Literatur in die Moderne auf.

20. Jahrhundert

Albin Egger-Lienz steht am Beginn der Moderne, Alfons Walde nimmt seine Motive wieder auf und bet√§tigt sich als Architekt der Hahnenkamm-Seilbahnstationen in Kitzb√ľhel. Einige Werke des Dramatikers Karl Sch√∂nherr wurden Welterfolge. 1910 wurde durch Ludwig von Ficker die Literaturzeitschrift Der Brenner gegr√ľndet, ein Forum f√ľr Kulturkritik. Er war auch F√∂rderer von Georg Trakl .

In der Architektur kommt es nach dem Ersten Weltkrieg zu einer Erneuerungsbewegung, getragen vor allem von Clemens Holzmeister und Alois Welzenbacher . Max Weiler sorgte mit seinen Fresken in der Theresienkirche auf der Innsbrucker Hungerburg f√ľr einen Skandal. Er gestaltete unter anderem 1954 auch die Wandbilder am Hauptbahnhof , die abgenommen und am Neubau des Hauptbahnhofs 2004 wieder aufgeh√§ngt wurden. Paul Flora hat einen der Karikatur √§hnlichen Zeichenstil.

Kritisch mit Tirol und den Auswirkungen des Massentourismus setzen sich Markus Wilhelm, Hans Haid und Felix Mitterer auseinander. Mitterers bekanntestes Werk ist wohl die Fernsehsatire Die Piefke-Saga .

Bevölkerung

Bevölkerungsentwicklung
Datum Einwohner

31. 12. 1900 981.949
07. 03. 1923 313.699
17. 05. 1939 (mit Vorarlberg) 494.165
01. 06. 1951 427.465
21. 03. 1961 462.899
12. 05. 1971 540.771
12. 05. 1981 586.663
15. 05. 1991 630.358
15. 05. 2001 675.063

Dialekte

In Tirol werden vorwiegend s√ľdbairische Dialekte gesprochen (siehe Bairisch). Kennzeichnend daf√ľr ist die sch-Aussprache des s in sp, st usw. und das angeriebene k als kch. Die Dialekte im Tiroler Unterland weisen √úbergangsmerkmale zum Mittelbairischen auf, und die in Osttirol gesprochenen Dialekte haben √Ąhnlichkeiten mit dem Pustertaler Dialekt in S√ľdtirol und mit den Dialekten in K√§rnten. Weiters wird in Teilen des Au√üerfern Alemannisch gesprochen.

Siehe auch: Dialekte in Tirol

Literatur

  • Handbuch zur neueren Geschichte Tirols. Band 2 Zeitgeschichte. Herausgegeben von Anton Pelinka und Andreas Maislinger Universit√§tsverlag Wagner, Innsbruck 1993

Weblinks

Wikipedia

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