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Letzte Änderung für Artikel Wappen des Bezirks Treptow-Köpenick: 15.02.2006 21:46

Wappen des Bezirks Treptow-Köpenick

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Treptow-Köpenick

Das Wappen des Bezirks Treptow-Köpenick wurde aus den bisherigen eigenen Wappen der Bezirke Treptow und Köpenick erstellt. Das Wappen Köpenicks übte hierbei einen größeren Einfluss aus, da es deutlich älter als das Wappen Treptows ist. Es ist nicht nur älter als das Treptower Wappen, sondern auch das älteste Wappen aller heutigen Berliner Ortsteile.

Das Wappen wurde am 21. September 2004 vom Senat des Landes Berlin verliehen.

Inhaltsverzeichnis

Blasonierung

„In Blau ein grünes Taukreuz mit getatzten Enden, versehen mit einem goldenen Stabbord, begleitet von zwei nach innen gewendeten aufrecht stehenden silbernen Fischen. Das Taukreuz belegt mit einem goldenen Schlüssel mit linksgewendetem Bart und 7 vierstrahligen Sternen (4:2:1). Auf dem Schild ruht eine rote dreitürmige Mauerkrone, deren mittlerer Turm mit dem Berliner Wappenschild belegt ist.“ Quelle: Hoheitszeichen von Berlin - Bezirkswappen

Geschichte und Bedeutung

Köpenick

Siegel Köpenicks aus dem 14. Jahrhundert

Das Köpenicker Wappen erschien das erste mal wahrscheinlich im 13. Jahrhundert und ist auf Siegeln und Stempeln aus dem 14. Jahrhundert nachweisbar. Es hat ein Blau tingiertes Schild, in dem sich mittig ein hochgestellter goldener Schlüssel mit nach linkshin gerichteten Bart befindet. Um den Schlüssel sind sieben vierstrahlige Schmucksterne gruppiert, wovon einer im Schlüsselgriff verborgen ist. Schlüssel und Sterne werden von zwei aufrecht stehenden, einander zugewendeten silbernen Karpfen flankiert

Die blaue Tingierung des Schildes symbolisiert den Wasserreichtum, des an der Mündung der Dahme in die Spree gelegenen Ortes und die vielen Gewässer in der näheren Umgebung. Die beiden Fische symbolisieren den Fischfang, der damals ein lebenswichtiger Erwerbszweig der Bevölkerung (zum großen Teil Fischer ) war. Die sieben Sterne stehen für das Siebengestirn , auch Plejaden genannt. Sie gelten nach alter Überlieferung als das Schutzgestirn der Fischer. In späteren Darstellungen haben die Sterne auch die Form von Andreaskreuzen und im 17. Jahrhundert verschwinden sie aus den Siegeln und Wappenabbildungen. Für den Schlüssel gibt es mehrere Deutungen. Davon sind zwei am wahrscheinlichsten, wobei man zeitlich mal mehr für die eine mal mehr für die andere Deutung ist. Die eine Deutung sagt, dass der Schlüssel als „Stadtschlüssel“ anzusehen ist und im Zuge der Stadtrechtverleihung ins Wappen gelangt ist. Die andere Deutung sieht den Schlüssel als Symbol für den Apostel Petrus , der auch Fischer (in Galiläa ) war und als Schutzpatron der Fischer gilt. Weitere Deutungen sind, dass der Schlüssel Macht und Vertrauen symbolisiert „Nur diejenigen erhielten ihn als Wappenfigur, deren Treu, Verschwiegenheit und Dienstbereitschaft erwiesen war.“. Die „uneingeschränkte Gewalt“, auch Schlüsselgewalt genannt, versinnbildlicht der Schlüssel in der Symbolik der Kirche. Das Wappen ist über die Jahrhunderte relativ unverändert geblieben und wurde nur in Laufe der Zeit den modernen Darstellungsformen angepasst.

Treptow

Siegel Treptows von circa 1875

Das Treptower Wappen stammt aus der Zeit, als 1874 das städtische Gut Treptow zum Amtsbezirk im Landkreis Teltow und 1876 zur selbständigen Landgemeinde wurde. Das Wappen zeigt in Silber auf grünen Boden zwei Baumgruppen. Eine Gruppe links und Gruppe rechts. Anfangs bestanden die beiden Baumgruppen aus jeweils drei Laubbäume, wie man am ältesten Siegel Treptows sehen kann. Heute besteht die rechte Baumgruppe nur noch aus zwei Laubbäumen. Die Baumgruppen werden durch ein im linken Teil des Schildes befindliches Wellenband getrennt, welches einen Fluss darstellt. Mittig im Schild und auf der rechten Bodenfläche steht ein aufgerichteter rotgezungter schwarzer Bär.

Die Laubbäume symbolisieren den damaligen Waldreichtums des Treptower Siedlungsgebietes. Der Fluss soll an die Lage an der Spree und den Landwehrkanal erinnern. Ursprünglich symbolisiert er aber den Heidekampgraben , auch Kuhgraben genannt, der die einstige Landgemeinde Treptow durchschnitt und neben dem ehemaligen Vorwerk direkt in die Spree floss. Hier war auch die Wiege des Ortes Treptow. Auf dem Siegel (Bild rechts) kann man gut erkennen, das der Graben links unten in einen Fluss mündet. Der Bär versinnbildlicht nicht nur, als „Ort vor den Toren Berlins“, die Verbundenheit mit Berlin, sondern auch den Grundeigentum der Stadt Berlin an der Gemeindeflur. Auch das Wappen Treptows ist seit Schaffung weitgehend unverändert geblieben und wurde in Laufe der Zeit nur den modernen Darstellungsformen angepasst.

Bezirkswappen

Bezirkswappen von 1920
Bezirkswappen Treptows von 1920 Bezirkswappen Köpenicks von 1920
Treptow Köpenick
Bezirkswappen von 1992
Bezirkswappen Treptows von 1992 Bezirkswappen Köpenicks von 1992
Treptow Köpenick

Als 1920 der Bezirk Treptow und der Bezirk Köpenick gebildet wurden, wurden auch die Wappen der namensgebenden Ortsteile für den ganzen Bezirk übernommen.

Zur 750-Jahrfeier Berlins 1987 wurden die beiden Wappen überarbeitet. Dabei wurden in das Köpenicker Wappen auch wieder die das Siebengestirn symbolisierenden Sterne aufgenommen. Nach der Wiedervereinigung Deutschlands und damit auch Berlins, wurden im September 1992 die Bezirkswappen noch einmal überarbeitet und sie bekamen die alle Bezirke mit Berlin verbindende Mauerkrone, wie sie die Wappen der Bezirke im westlichen Teil Berlins bereits führten.

Im Rahmen der Bezirksfusion vom 1. Januar 2001 wurden die beiden Bezirke Treptow und Köpenick zu einen Bezirk zusammen gelegt. Da die beiden ehemaligen Bezirke jeweils eine eigene bedeutende geschichtliche und kulturelle Vergangenheit haben, konnte nicht einfach ein Bezirk in den anderen eingegliedert werden. Zum einen fand dies Ausdruck in dem neuen Doppelnamen Bezirk Treptow-Köpenick und zum anderen, dass ein neues Wappen gefunden werden musste, welches beide ehemaligen Bezirken gerecht wird. Das neue Wappen wurde nicht politisch oder administrativ festgesetzt, sondern es ist das Ergebnis einer Auftragsarbeit unter Einschluss einer heraldischen Bewertung. Die Wappenfindung war nicht einfach und nach langen Diskussionen war es drei Jahre später endlich soweit. Der neue Bezirk hatte ein neues Wappen, welches von dem Heraldiker Frank Diemar entworfen wurde und dem Bezirk am 21. September 2004 vom Senat verliehen wurde. Zur Beschreibung (Blasonierung) siehe oben. Die aus dem Köpenicker Wappen stammenden zwei Fische stehen nach wie vor für den Fischfang. Aber nicht nur die ersten Siedler des Ortsteils Köpenick lebten von dem Fischfang, sondern auch andere Ortsteile des Bezirkes. So weisen die Ortsteile Müggelheim, Rahnsdorf und Schmöckwitz auch Symbole des Fischfang in ihren Wappen auf. Und auch die ersten Siedler Treptows waren Fischer. Der Schlüssel, die neu im Taukreuz angeordneten sieben Sterne und die blaue Schild Tingierung sind aus dem Köpenicker Wappen übernommenen. In ihrer Bedeutung hat sich nichts geändert. Das Taukreuz, welches die Form des Buchstaben „T“ hat, steht für den Namen Treptow. Die grüne Tingierung des Taukreuzes ist aus dem Treptower Wappen entnommen. Die blau und grüne Farbe stehen für die ausgedehnten Fluss-, Seen- und Waldlandschaft des neuen Bezirkes. Die auf dem Schild ruhende Mauerkrone mit dem Berliner Wappenschild symbolisiert wie auch schon bei den alten Bezirkswappen die Verbundenheit mit Berlin.

Wappen der Ortsteile

Aber nicht nur die beiden namensgebenden Ortsteile des Bezirks Treptow-Köpenick besitzen eigene Wappen, sondern auch die Ortsteile Friedrichshagen, Johannisthal, Müggelheim, Oberschöneweide, Rahnsdorf und Schmöckwitz besitzen schon seit längeren eigene Wappen.

Die Wappen der Ortsteile haben mit der Eingemeindung in Groß-Berlin ihre Gültigkeit verloren und verschwanden aus dem amtlichen Gebrauch.

Friedrichshagen

Wappen Friedrichshagen von 1987

Das älteste gebrauchte Siegel Friedrichshagen aus dem Jahre 1793 zeigt einen Eichenkranz und ist nur mit dem Ortsnamen bezeichnet. Das nebenstehende Wappen lässt sich seit 1808 im Siegel nachweisen. Dieses Siegel trägt die Umschrift „FRIEDRICHSHAGENSCHES DORFSIEGEL“.

Der Schild des Wappens ist geteilt. Oben in Gold befindet sich ein aus dem rechten Obereck hervorgehender geharnischter stahlfarbener Arm, der eine Blüte eines Maulbeerbaumes an grünem Blätterstiel in der Hand hält. Im unteren silbernen Teil des Schildes befindet sich eine angedeutete Verzäunung auf grünen Boden, die durch drei rote Pfähle, welche mit zwei roten Querlatten verbundenen sind, dargestellt wird. Diese angedeutete Verzäunung ist möglicherweise eine Anspielung auf den zweiten Teil des Namens Friedrichs„hagen“, „Hag“ ist germanisch und bedeutet „Gehege“. Friedrichshagen wurde unter dem Namen Friedrichsgnaden von Friedrich II. gegründet. Dies wird durch den Arm mit der Blume in der Hand im oberen Teil des Wappen symbolisiert. Während der Arm Friedrich II. symbolisiert und die Blume die Maulbeerbäume, von denen ursprünglich 676 Bäume an der Dorfstraße heutige Bölschestraße standen.

Johannisthal

Wappen Johannisthal von 1987

1908 wurde das Wappen von Johannisthal von der Gemeindevertretung angenommen und bestätigt. Das Bild dieses Wappens wurde bereits auf einen Gerichtssiegel von Johannisthal aus dem Jahre 1786 benutzt. Das Siegel ist bezeichnet mit „GERICHTS-SIGEL JOHANNISTHAL“. Das Wappen zeigt im silbernem Schild einen auf einer grünen blumigen Wiese stehenden grünen Eichenbaum mit goldenen Früchten und braunen Stamm. Oben rechts ist eine strahlende goldene Sonne. Um die Jahrhundertwende ( 1900 ) war „Bad Johannisthal“ sogar Kurort, was wahrscheinlich durch die strahlende Sonne, die blumige grüne Wiese und den Früchte tragenden Eichenbaum symbolisiert werden sollte. Aber auch hier veränderte die Industrialisierung das Bild des Ortes und der Landschaft, so dass Johannisthal nicht lange Kurort war.

Müggelheim

Wappen Müggelheims von 1987

Die Originalzeichnung des Wappen von Müggelheim wurde 1946 vermutlich von Carl Steinmetz angefertigt. Ihr lag das ehemalige Dienstsiegel des Müggelheimer Gemeindevorstehers zu Grunde, welches vor 1920 verwendet wurde. Das Siegel und die Wappenzeichnung waren ohne das Herzschild mit dem Berliner Bären. Im unteren Feld befanden sich neben dem Fisch auch noch zwei angedeutete Wellen. Eine rechts über und eine links neben dem Fisch. Die Tingierung des Wappen war auch noch eine andere. Im Vorfeld zur 200-Jahr-Feier am 1. Juni 1947 wurde das Wappen nocheinmal überarbeitet. Die Abbildung links zeigt das Wappen in seiner endgültigen Tingierung. Das Wappen zeigt im Göpelschnitt vorn eine grüne Weintraube mit neun Beeren im roten Feld. Im silbernen Feld hinten ist eine goldene Ährengarbe mit fünf Ähren und unten in blauem Schildfuß ein silberner Fisch zu sehen. In der mitte als Herzschild ist das Berliner Bärenwappen in blauer Tingierung und der Mauerkrone platziert. Das Berliner Bärenwappen weist auf die Zugehörigkeit Müggelheims zu Groß-Berlin hin. Die Weintrauben stehen symbolisch für die ersten Siedler, die Weinbauern aus der Pfalz waren, und sich hier 1747 niederließen um Wein anzubauen, was aber nicht von Erfolg gekrönt war. Das Ährenbündel symbolisiert die landwirtschaftliche Tätigkeit, welche ein Haupterwerbszweig der Bevölkerung war. Die in der Umgebung von Müggelheim gelegenen Gewässer aber vor allem die Große Krampe sind schon seit langem ein beliebtes Anglerparadies, welches sich in dem Fisch im Schildfuß ausdrückt.

Oberschöneweide

Wappen Oberschöneweide von 1987

Seit 1901 ist das Wappenbild von Oberschöneweide auf einem Siegel nachweisbar. Das Wappen zeigt in silbernem Schild einen bewurzelten grünen Weidenbaum mit braunen Stamm auf grünem Rasen mit silbernen Wellenband. In der Krone sind zwei schräggekreuzte blaue Hämmer mit goldenen Stielen, die von einem blauen Kammrad überdeckt sind, abgebildet. Die landschaftliche Lage im grünen des früheren Weidelandes und Waldungen des Ortes werden durch die Symbolik des Wappen gekennzeichnet. Das Wellenband symbolisiert die Spree, an deren Ufer Oberschöneweide liegt. Das Wellenband durchschneidet die Wiese in dem Schild, so wie die Spree Oberschöneweide von Niederschöneweide trennt. Die Hämmer und das Kammrad weisen auf die im 19. Jahrhundert begonnene Industrialisierung hin. Heute erinnert nur noch der Name des Ortes und das Wappen an die einstigen Weidefelder, da sie längst der Industrie und dem Wohnungsbau weichen mussten.

Rahnsdorf

Wappen Rahnsdorf von 1987

Das Wappen wurde aus dem Dorfsiegel von Rahnsdorf, welches um 1840 entstanden ist, übernommen. Es zeigt in silbernem Schild rechts oben eine strahlende goldene Sonne. Im Schildfuß befindet sich im blauen Wasser eine braune Trumpe mit einen schwarzen Kescher. Rahnsdorf ist ein altes Fischerdorf, was durch die Symbole des Wappenbilds zum Ausdruck gebracht wird. Wie auch die anderen Ortsteile des Bezirkes ist Rahnsdorf, gelegen zwischen dem Müggelsee und Dämeritzsee , reich an Gewässer. Dies wird durch das blaue Wasser im Schildfuß dargestellt. Die Trumpe und der Kescher gehörten zu den Arbeitsgeräten der Fischer. Die Trumpe ist ein sogenannter Fischkasten, der sich in Ufernähe befand und in dem die lebend gefangenen Fische bis zum Verkauf aufbewahrt wurden. Den Kescher, ein Handfangnetz, brauchte man um die Fische wieder aus der Trumpe herauszuheben. Aber auch beim Fischfang auf dem Wasser war der Kescher ein wichtiges Arbeitsinstrument.

Schmöckwitz

Wappen Schmöckwitz von 1987

Wann das Wappen von Schmöckwitz entstanden ist, lässt sich nicht mehr so genau sagen. Der Ort Schmöckwitz kann aber auf eine über 600-jährige Geschichte zurückblicken. Das Schild des Wappen ist göpelartig gespalten. Es zeigt vorn über blauem Wasser zwei Laubbäume und eine Fichte am grünen Rohrschilfufer mit silbernen Hintergrund. Vom Schildrand bricht das Heck eines roten Kahnes auf dem Wasser hervor. Es symbolisiert die wald- und wasserreiche Umgebung, die Schmöckwitz als Naherholungsgebiet beliebt machte und immer noch macht. Der Kahn steht symbolisch für den Fährbetrieb von und nach Schmöckwitz. Im hinteren blauen Feld ist ein senkrecht gestellter silberner Hecht. Er steht, wie auch bei den anderen Wappen schon, für den Haupterwerbszweig der ersten Siedler, den Fischfang. Der im silbernen Schildfuß befindliche Schiffsanker versinnbildlicht den Schiffsverkehr. Auf den Wasserweg vom Zeuthener See in den Langen See , an deren zusammen treffen Schmöckwitz liegt, wurden viele Güter nach Berlin transportiert.

Wappen an Gebäuden

Siehe auch

Literatur

  • Heinz Machatscheck: Als der Wappenbär geboren wurde Berlin-Information, Berlin 1987, ISBN 3-7442-0005-1
  • Werner Vogel: Berlin und seine Wappen Ullstein, Berlin 1987, ISBN 3-550-07818-8

Weblinks

Hoheitszeichen des Landes Berlin

   
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